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BMW spricht sich gegen ABS-Pflicht für Motorräder aus

Dieses Thema im Forum 'Benzingespräche' wurde von localhorst gestartet, 5 November 2008.

  1. love800

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    @Kieler

    So ist es. "Ob nun mit ABS oder ohne". Dabei ist mir noch ein Satz vom Leiter BMW Motorrad, dem Herrn Hendrik von Kuehnheim, in der Anglegenheit aufgefallen. Bei auto.de wird er wie folgt zitiert:

    „Eine generelle ABS-Pflicht würde diese Vielfalt innovativer und sicherer Bremssysteme im Keim ersticken.“ Link

    Die bisherige Zielgruppe von BMW Motorrad, die sich heute über meinen Beifall zum Realitätssinn des Herrn von Kuehnheimt stört, die ist in 10, 15 Jahren entweder tot, oder im Heim im Rollstuhl, wenn ich das mal polemisch zugespitzt formulieren darf. Aber BMW wird dann noch weiter Motorräder verkaufen weil mal jemand das Ruder rumgerissen hat, und letztendlich auch die Verkaufszahlen im Hinterkopf hat.

    Wo ist denn der Vorgänger von dem Herrn von Kuehnheim hin? Nach oben weggelobt? Auf einen Posten, den es (vorher) gar nicht gab? Und warum? Von Kuehnheim hat man bei Amtsantritt ausgelacht, weil er kein Ingenieur ist.

    Offensichtlich ist genau das die Schlüsselqualifikation bei BMW, nämlich kein Ingenieur in leitender Funktion zu sein.
  2. Kieler

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    Das ewige Problem, wer hat nun mehr Qualifikation? Der junge dynamische Ingenieur - mit ganz frischen Diplom. Oder, der alte Hase, der sein heutiges Wissen auf Jahren von Erfahrungen aufgebaut hat.

    Allerdings setze ich voraus, daß der alte Hase auch ein gewisses Alter aufweist. Und seine Erfahrung sagt mit Sicherheit auch, daß das Reaktionsvermögen im Laufe eines Lebens sich verändert und hier hilft auch kein ABS. :roll:
  3. love800

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    Ein in der BMW-Motorrad-Szene nicht völlig unbekannter Redakteur einer Stuttgarter Zeitschrift, die sich mit Motorrädern befasst, hat heute geschrieben: "Es ist nur so, dass Erwartungshaltung/Glaube und tatsächlicher Praxisnutzen bei vielen solcher Dinge weit auseinanderklaffen." LINK

    Besser kann ich es selbst nicht formulieren, daher zitiere ich einfach. Ich verstecke mich ganz einfach hinter den Aussagen des Leiters des Geschäftsfeldes BMW Motorrad der BMW AG, und hinter den Aussagen eines Fachredakteurs mit Vorliebe für BMW Motorräder und journalistischen Spezialaufgaben beim Verlag für diesen Hersteller.

    Und passend bemerkt der Profi-Schreiber wie folgt: "Anderes Beispiel: Der im ABS integrierte Überschlagschutz. Auch ohne habe ich mich kein einziges Mal beim Bremsen überschlagen. Oh Wunder." LINK

    Gratulation an den jungen Herrn Redakteur. Ich bin 10 Jahre älter, und hab' das auch noch nicht geschafft, mich ohne den Firlefanz zu überschlagen.

    Aber. Wenn alle Fahrschulen und Sicherheitszentren dazu übergegangen sind, den Bedürfigen zu lehren: Einfach reingreifen und halten, muss man sich über gar nichts wundern. Schon gar nicht über die Unfälle, die es (auch) auf Fahrsicherheitszentren mit ABS gab und gibt.
  4. Kieler

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    Dann wunder ich mich jetzt auch *wunder*. Ich hab mich auch ohne ABS nicht auf die Nase gelegt. Von den 2 x Panikbremsung mit eingeschlagenen Lenker mal abgesehen :roll: - was mir allerdings mit ABS passiert ist - oh wunder - :lol: --> Das wäre ja schon wieder die Überlegung wert, ob es nicht tatsächlich daran gelegen hat, weil die ABS-Bremse um einiges mehr greift und ich einfach zu sehr an eine herkömmliche Vorderradbremse gewöhnt war :???::

    ABS verleitet einfach dazu, sich auf eine Technik zu verlassen und wenn man sie nicht anwenden zu weiß, dann ist man auch mit integrierten Überschlagschutz verlassen. ;)
  5. love800

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    Das sowieso. Mein Eindruck darüberhinaus ist aber, dass die Besitzer von ABS-Motorrädern häufig nicht wissen, oder die Tatsache zu vergessen scheinen, dass das Motorrad-ABS bei ausnahmslos allen Herstellern in lediglich einer einzigen Fahrsituation funktioniert: Einer Geradeausvollbremsung. Sinn und Zweck dabei ist die Sicherstellung der Seitenführungskräfte. Fakt ist, dass kein einziges ABS kurventauglich ist. Aber das ist ja scheißegal, im Rahmen der Forderung nach einem Zwangs-ABS durch den Bundesrat war wie folgt zu lesen:

    "Außerdem werde auch das besonders schwierige Bremsen in Kurven unterstützt" LINK

    Was ist am Bremsen in Kurven "besonders schwierig"? Was mir dazu einfällt: Das Aufstellmoment mancher Motorräder. Diese Mopeds fahren wie von Geisterhand geleitet einfach geradeaus weiter, da kann man machen, was man will, und der Einfluss des Reifens ist da zu vernachlässigen. Immerhin weiß ich auch, dass nichtmal da ABS hilft, wenn es denn überhaupt in Kurven funktionieren würde.

    Ich kenne nur Fahrsicherheits-Zentren, bei denen gelehrt wird: " Voll reinlangen, und halten!" Und offenbar ist das auch so bei Fahrschulen der Fall, anders sind die Überschläge mit BMW Motorrädern mit dem Bosch ABS wohl nicht zu erklären (siehe auch Dokumentation in MO seinerzeit).

    Wenn also schon in den Fahrschulen gar nicht mehr das Motorradfahren gelehrt wird, wozu vor allem mal das Bremsen gehört, wieso bekommen die Fahrschüler dann dennoch eine Fahrerlaubnis?