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Conti TKC und Lenkererhöhung TT

Dieses Thema im Forum 'Test- & Erfahrungsberichte sowie Tipps & Tricks' wurde von Doc Holliday gestartet, 29 März 2009.

  1. Doc Holliday

    Doc Holliday

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    So, heute war es dann mal soweit. Die neuen Reifen (Conti TKC) sind montiert, die Lenkererhöhung (TT) eingetragen und die Sonne schaut wenigstens mal zwischen den Wolken hervor.

    An der Sitzposition hat sich eigentlich mit der Lenkererhöhung nichts geändert. Ich bemerke zumindest keinen Unterschied. Während der Fahrt habe ich mal bewusst darauf geachtet. Naja, mit viel Wohlwollen könnte man behaupten, dass die Hände noch etwas lockerer aufliegen. Das bewusste Entspannen der Nackenmuskulatur klappt jetzt besser. Aber da liegt wohl auch viel Wunschdenken in diesem Gedanken. Stehend fahren habe ich nicht ausprobiert. Zum einen fehlt hier potenzielles Gelände und das wo man es riskieren könnte, da gibt es noch metertiefe Schlammgruben. Nicht das mich das hindern würde aber nach so langer Pause (mit nur ganz kleinen Unterbrechungen) wollte ich nicht am ersten Ausflugstag alles geben.

    Also fahre ich ganz locker die Gegend ab. Brüderchen besuchen, bei der Tante einen Kaffee schnorren usw. Alles ganz locker. Die neuen Reifen wollen bestimmt auch behutsam eingefahren werden. Es ist ungewohnt. Ich war immer ein Straßenfahrer und meine Reifen hatten bis dato eigentlich immer eher die Eigenschaft so wenig Profil wie möglich zu haben. Jetzt, seit letzter Woche, habe ich das grobstolligste Profil das man legal fahren kann. Naja fast. :) Die ersten Meter sind jedenfalls eher so etwas wie ein Eierlauf. Hat so ein bissl was von Wackelpudding. Nach rund 60 km ist das aber gegessen. Das Gefühl hat sich an die neuen Bedingungen gewöhnt und es geht nicht minder flott ums Eck. In so einem kleinen Kuhdorf bekommen das zwei Intruder zu spüren. Ganz offensichtlich ist das auch deren erste Ausfahrt. So lahm wie die um die Kurven eiern habe ich das Gefühl umzufallen. Also Gas auf und Innen vorbei. Das geht ja auch schon. Sehr schnell entschwinden beide im Rückspiegel. Die Fahrt geht noch schnell zum Motorradtreff Grafenmühle. Natürlich, irgendwo muss ich doch noch mein Schandmaul befriedigen :). Außerdem habe ich Hunger.

    Nach rund 20 Minuten komme ich dort an. Zwei bis drei Meter weiter steht noch ne GS. Boxer GS im Adventurelook. Leute, offensichtlich war dieses Möp nicht neueren Baujahrs aber die sah aus wie aus dem Ei gepellt. Adventure hat die noch nie gesehen. Mir ganz persönlich wäre das peinlich. Wie hat es eine Dame hier beschrieben? GS = Gehört Schmutzig. Jawoll. Genau so ist es.

    Zwischenzeitlich habe ich mir ne Frikko bestellt und werde blöd von hinten angequatscht. Ob es denn sein müsste in einer Ortschaft so zu rasen? Hallo? Mich kann doch hier keiner meinen. Ich drehe mich um und erkenne Frau Müller-Zickendraht mit ihrem Gatten. Blitzschnell lasse ich die Strecke revue passieren und bleibe an den Choppern in dem Kuhdorf hängen. Leute, wenn ihr eure verchromten Lutschbonbons in Kurven schieben müsst, dann fahrt besser nur Autobahn. Nein, ich bin ein freundlicher Kerl und erkläre, dass ich nicht zu schnell war, sondern denen das nur so vorkommt weil sie so langsam waren.

    Nachdem ich aufgegessen habe und noch mal einen Blick auf die Adventure geworfen habe packt mich der Ekel. Meine Reifen sehen auch nicht nach Enduro aus. Der Rückweg nach Hause führt dann doch mal über Nebenstraßen. Nicht das es da Schlammlöcher hätte aber zumindest unbefestigte Grünstreifen. Wenigstens ein paar Meter. Mit den TKC ist das deutlich entspannter als mit den Serienreifen. Wundert natürlich niemanden. Das Gefühl ist immer noch wie Wackelpudding aber genau das macht ja den Reiz aus. Oder? Die letzte Pfütze musste auch noch sein. Der meiste Dreck ist jetzt wieder ab und ich sehe dafür aus wie ein Schwein. Herrlich. Ein schöner Tag.

    Ein kleiner Nachtrag...

    Heute hatte ich mal wieder ne Stunde frei bekommen. Bei dem schönen Sommerwetter wollte ich doch mal meine leichte Endurohose ausprobieren. Eine aus dem Hause www.xtrememx.com. Daraus die Xtreme Excel. Sehr nett, sehr luftig. Die Hose in die Endurostiefel gesteckt sieht das schon fast so aus als wäre ich ein 'Könner'. :) Am Motorradtreff meiner Wahl ist das sehr wichtig. Auch heute wieder. Schon der Weg dort hin ist eine Qual. Wer es nicht kennt – aus dem Norden kommend ist die Straße gefühlte 200 km geradeaus. Nachdem ich in diese Straße einbiege kommen mir auch schon die ersten entgegen. Hand zum Gruß. Natürlich. Und wieder. Hand zum Gruß. Beim zweiten mal ging mir das schon auf den Sack. Wie an einer Perlenschnur kommen weitere 250 Biker. Hand zum Gruß. LECKT MICH. Stur bleibt meine Hand am Lenker. Wenn ne Enduro kommt, dann strecke ich den Zeigefinger einmal kurz. Das muss reichen. Mir wird auf dem Weg klar, dass wir April haben. Sonnenschein. Und alle alle kommen wieder aus ihren Löchern. Ich setze den Blinker rechts um in die Showmeile einzubiegen. Da kommt mir noch einer vom Treff entgegen. Hand zum Gruße. Mir platzt der Sack: „LECK mich am Ar...! Du kommst gerade von einem Treff mit annähernd 500 Motorrädern. Du musst nicht jedem winken der auch noch kommt. Das ist verdammt noch mal ein Gruß wenn man sich zufällig auf einer einsamen Strecke trifft. Aber verdammt noch mal nicht an der AUSFAHRT eines Motorradtreffs.“, fluche ich so in meinen Helm und suche mir einen Parkplatz. Was war das am 27. Dezember schön. Zwei GS'en und ein Uralgespann. Da habe ich auch gegrüßt. Jeden einzeln per Handschlag. Bei Minusgraden unterm Heizstrahler.
    Die Gestalten die da heute so rumlaufen sind natürlich auch wieder weltklasse. Auf einer nagelneuen 1000er Gixxer sitzt ein Mann, der seinen ersten Kombi an hat. Seinen ersten als Führerscheinneuling. Und das muss die Zeit von Agostino gewesen sein. Noch beeindruckender war der Typ mit seiner Vokuhila. Dazu noch einen Dreitagebart, Pornosonnenbrille und Goldkette. Ich habe nicht nachgesehen aber ich würde wetten, dass sein Kennzeichen mit GE oder BOT anfängt. Nein, ich habe keine Vorurteile. :) Der Typ sah einfach aus wie ein Zuhälter. Ok, vom Niveau her eher Kreisklasse C aber jeder fängt mal klein an.
    Kommen wir zum Wesentlichen. Auf dem Rückweg tuckert ne Fazer hinter mir her. Was der will weiß ich nicht. Nach einem Rennen ist mir heute nicht. Ich bin auf der Suche nach Dreck. Ich fahre kreuz und quer durch die Gegend und wie ein Schatten bleibt die Fazer an mir dran. Das ist ja schon fast beängstigend. Naja, kurz vor Gahlen geht eine Brücke über'n Kanal. Einmal schnell rechts herum und einmal schnell links herum. Es wird doch mal kurz Zeit. Hahn auf und Gas. Nach den zwei Kurven hat die Fazer wieder den Sicherheitsabstand den der Gesetzgeber vorschreibt. Ist auch viel sicherer so. In diesem Sinne sei nur gesagt – die Conti TKC können auf der Straße ne ganze Menge.
    Ein Stück weiter finde ich etwas ganz feines. Sieht aus wie ein Reitweg. 100 Meter lang und ziemlich verwegen. Nun denn, ich habe keine Ahnung von Offroad und warte immer noch auf meinen erstes Training. Aber wie sagt man so schön? Wird dem Esel langweilig, dann geht er aufs Eis. Und nach den ersten drei Metern habe ich mir dann selber erst einmal ein paar beleidigende Tiernamen gegeben. Warum machen Männer sowas? Schränke ohne Anleitung aufbauen? Programme ohne Handbuch installieren? Eine 11tausend Euro GS ohne Ahnung ins Gelände manövrieren? Idiot! Nun ja, zurück war ausgeschlossen. Nach weiteren sieben Metern fällt mir ein, dass ich mich vielleicht in die Rasten stellen sollte. Das Heck keilt in den Rinnen in alle Richtungen aus. Das Vorderrad geht jedem Versatz nach. Das ganze Motorrad scheint irgendwie zu schlinger. Fühlt sich bescheiden an, aber es macht Spaß. Ich gebe etwas mehr Gas – nein – ich gebe endlich mal Gas und stelle fest, dass alles viel einfacher geht. Die Conti's fressen sich mit unglaublichem Grip durch den Boden. Nach 100 Metern ist der Spaß vorbei. Ich schaue mich noch mal um und bin sehr stolz auf mich. Ach ja, liebe Pferdefreunde, der Weg war nicht als Reitweg ausgeschildert. Es stand auch kein Schild, dass es für mich verboten wäre. Ich bin da ganz legal gefahren.
    Zu Hause noch ein Blick auf mein Federbein. Das wird ja seit einigen Tagen von Glücksritter's Schutz beschützt. Ich bin sehr zufrieden. Es sieht so aus, als wäre vom Boden nicht dort angekommen. Für so einen günstigen Preis wird es wohl nirgendwo ein so gutes und funktionales Zubehörteil geben. Pflicht für jeden GS Treiber. Danke Michael.