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Himalaya-Tour

Dieses Thema im Forum 'Benzingespräche' wurde von chip59 gestartet, 8 April 2018.

  1. chip59

    chip59

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    Hallo Leute des gepflegten Endurosports,

    alle die jetzt eine tolle Berichterstattung über eine Indienreise und die Bewältigung des Himalayagebierges mit einer F800gs erwarten..............is nit.:D
    Statt dessen, ein kurzer Testbericht über eine kleine Enduro, deren Neuvorstellung erstmals auf der InterMot in Köln zu sehen war und deren Auslieferung in Europa wohl für den Anfang der 2017 Motorradsaison geplant war. Die Royal Endfied Himalaya.

    Als ich gestern meine GS durch die Botanik der Nordeifel trieb, kam ich an einem Industriegebiet in Blankenheim heraus. Wie rein Zufällig stand eine frisch gewaschene Himalaya in der Farbe weiß auf dem Hof des Royal Endfield Händlers und schien mir zu zurufen: Komm her un fahr mich.
    Die Formalitäten waren schnell erledigt. Ich verpflichte mich das Bike pfleglich zu behandeln und bei Zerstörung jeglicher Art, die Folgen zu tragen. Soll heißen, dat Teil zu bezahlen.

    Alles Gut, also drum-rum-laufen un dann rauf auf den Bock.
    Oh Wunder, kein ziehen in Schritt, keine Akrobatik beim Aufsteigen. Die kleine ist mit 80cm Sitzhöhe einfach zu besteigen. Das Sitzpolster fühlt sich bequem an, ebenso Lenkerposition.
    Man fühlt sich sofort wohl. Also los, Starter gedrückt und den ersten Gang rein. Ich lasse wie gewohnt die Kupplung kommen. Der kleine 400er stirbt sofort ab. Na ja denke ich und wiederhole das Ganze noch einmal. Er stirbt mir wieder ab. Also mehr Drehzahl. Und sieh an, ab 2500 U/m gehts und wir verlassen den Hof. Rauf auf die gut ausgebaute Landstraße und bergab mal langsam beschleunigen.
    Schon nach den ersten Metern beschleicht mich das Gefühl, dass die Himalaya ein wenig zuviel buddistisches Mantra mit bekommen hat. Es hat etwas entschleunigendes wenn man versucht zu beschleunigen. Meine ganz persönliche Meinung ist und bleibt, der Motor mit seinen 24 PS ist für Europäische Verhältnisse zu schwach.
    Ich fliege also mit ca. 80 bis 100 St/km durch die Eifel. Auf freier Strecke teste ich das Bremsverhalten. Zuerst das Hinterrad. Es bremst langsam die knapp 250kg inkl. mir ab, erst mit gehörigem Kraftaufwand bringt man das Hinterrad zum blockieren. Auch das Vorderrad ist nur mit kräftigem zupacken zum verzögern zu bewegen. Beides zusammen und nach einer Eingewöhnungsphase tun Beide das was sie sollen. Auch das Fahrverhalten ist, nachdem man sich geistig von den Beschleunigungorgien anderer Motorräder verabschiedet hat, ganz OK.
    Genug Straße, das ist eine Enduro. Ich fahre vorsichtig einige nicht aphaltierte Wirtschaftswege und schließlich auch schlammige und aufgewühlte Waldwege. Das ist eindeutig das Terrain der kleine Enduro. Hält man den Einzylinder auf ca. 2500, wühlt sich die Himalaya kultiviert durch das Gelände. Egal ob sitzend oder stehend, das Motorrad fühlt sich an, als sässe man auf einer 80er.
    Sie richtig einzusauen habe ich mich nicht getraut, Deckklumpen auf der Schwinge, Schutzblechen ect. habe ich schnell noch entfernt, bevor ich zurück auf den Hof bin. Aber es hat Spaß gemacht und 10 PS mehr...............ich glaube, ich hätte sie direkt mitgenommen.

    Fazit, wer gerne mit ca. 90 St/Km durch die Landschaft fährt, die Autobahn meidet und auch sonst keine Ambitionen zum Schnellfahren hegt, bekommt ein tolles Motorrad mit eindeutig Off-Road lastigem Schwerpunkt für kleines Geld. Aber letzt Endlich, selber fahren macht schlau.

    In diesem Sinne
    Chip
    Melbourne gefällt dies.