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Motorschutz Touratech

Dieses Thema im Forum 'Test- & Erfahrungsberichte sowie Tipps & Tricks' wurde von Doc Holliday gestartet, 4 Oktober 2008.

  1. Doc Holliday

    Doc Holliday

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    Es war mal wieder soweit. Neulich saß ich mal wieder an meinem Lieblingsmotorradtreff. Wie so häufig gegen Ende der Saison, dann wenn die Saisonfahrer zu Hause bleiben, stehen dort nicht mehr so viel Motorräder. Aber eine 12er GS fällt mir ins Auge. Um das hier sofort zu erwähnen, eine reine GS – keine Adventure. Aber diese GS ist dann wohl doch in das Teileregal gefallen und wurde mit allem ausgestattet was der Hobby ‚long way round’ Fahrer so braucht. Warum man für maximal 15 km Anfahrt die dicken Alukoffer dran hat, weiß ich nicht. Der Rest ist Standart. Sturzbügel, zusätzliche Lampen, Scheinwerferschutz, GPS Halter, Motorschutz, Handprotektoren, Tourenreifen. Tourenreifen? Das ist sehr interessant. Warum hat unser Weltenbummler denn Tourenreifen drauf? Bei genauerer Betrachtung ist die GS nicht neuwertig aber blitzsauber. Wenn diese GS jemals Offroadpisten gesehen hat, dann fress’ ich einen Besen. Der Fahrer sieht in seiner BMW Touringsaharakombi entsprechend aus. Nicht eine Fliege ist jemals daran zerschellt. Warum frage ich mich. Warum?
    Aber der Mythos GS und das Endurofieber haben mich auch gepackt. Nach und nach will ich meine Kleine auch für den Offroadeinsatz vorbereiten. Eine Feld-, Wald- und Wiesenweg hinter dem Haus meiner Tante hat mir gezeigt was wichtig ist. Der Plastikmotorschutz hat dort in einem fiesen Schlagloch den Kontakt zu einem Baumstupf gesucht. Also musste ein Motorschutz her.
    Der BMW Zubehörschutz sieht wertig aus und macht auch in der Hand einen stabilen Eindruck. Allerdings stellt sich bei dem Preis die Frage, ob Kleinkinder in Drittländern das Aluminium mit den Zähnen aus dem Gestein beißen mussten. Für ein bisschen biegen und bohren ist der Preis doch ambitioniert.
    Wunderlich geht da einen ähnlichen Weg. Auch der Motorschutz sieht gut und wertig aus. Zudem ist er mittels Rahmen an dem Motor befestigt. Wunderlich verspricht, dass der Motorschutz eher abreißt, als dass die Bohrungen im Motor beschädigt werden. Für den Fall der Fälle hört sich das gut an. Aber ich wollte keine Freestylesprünge machen. Zudem ist der Preis nicht mehr ambitioniert sondern pervers.
    Touratech bietet zu einem, in diesen Kreisen, recht günstigen Preis einen Motorschutz an. Der auf Bildern recht klein anmutende Alurohling ist, hält man ihn in den Händen, nicht mehr so klein. Vier Millimeter dick ist dieses Ding und damit auch kein Leichtgewicht. Die Kanten sind gratfrei und die Rundungen haben angemessen große Rundungen. Die zwei Euro Stück großen Löcher im Frontbereich versprechen guten Luftdurchsatz zur Kühlung des Motoröls. Ob das notwendig ist, kann ich nicht sagen. Ob das sinnvoll ist wird sich zeigen. In diesen Löchern können sich theoretisch Äste und Wurzeln einfädeln. Das wäre nicht sehr lustig. Aber solche Aussparungen haben alle Nachrüstschützer in irgendeiner Art. Als mittelloser BMW Kunde greife ich bei diesem Preis zu.

    Der Anbau ist eher unproblematisch und kein Hexenwerk. Der Anbausatz ist vollständig. Ansatzweise. Die runden Gummihalter werden in den Motor geschraubt. Motoren werden heiß und das führt nicht selten zum festbacken mancher Schraubverbindungen. Richtig professionell wäre es, wenn Touratech ein Gramm Kupferpaste mitgeliefert hätte. Als Schraube habe ich natürlich eine Tube zu Hause und schraube die Gummipuffer mit Kupferpaste am Gewinde ein.
    Die mitgelieferten Senkkopfschrauben sind hübsch aber meiner Meinung nach viel zu kurz. Vor allem bei den hinteren habe ich das Gefühl, dass diese gerade mal drei oder vier Gewindegänge zum halten haben. Da bei Senkkopfschrauben Spreng- oder Sägeringe ausfallen, entschließe ich mich, die Schrauben mit Schraubensicherung ‚mittelfest’ einzusetzen. Die drei notwendigen Muttern werden von Touratech als selbstsichernde mitgeliefert. Die werden schon wissen warum und darum benutze ich für die Schrauben eben eine andere Sicherung. Doof wenn das Teil irgendwann mal nach vorne unten abklappt.
    Zur Platte selber gibt es noch eine kleine Anmerkung. Das matte Alu sieht ganz hübsch aus. Man erkennt die Planungsanreißstellen sehr deutlich und an zwei Stellen sind Schweißnähte erkennbar. Warum hier geschweißt wurde ist mir gänzlich unklar. Ich bin kein Vorrichter. Aber die Ausführung der Schweißnaht sieht gut aus. Rein äußerlich ist hier keine Schwachstelle zu erwarten.

    Ob nun die Motorschutzplatten der anderen Hersteller besser, schöner oder sinnvoller sind mag ich nicht beurteilen. Sie sind teurer und damit bei mir ausgeschieden.

    Tja. Jetzt ist das Teil dran und ich fahre zur ersten Fotofahrt. Im herbstlichen Sonneschein glänzt und spiegelt dieses Teil wie Gold in Fort Knox. Auf einem leichten Waldweg suche ich verzweifelt nach Pfützen oder Schlamm. Aber es ist nichts zu machen. Das trockene Wetter lässt keine Schmutzdusche zu. So fahre ich mit diesem glänzenden Teil zu meinem Lieblingstreff. Eva hat sich die Haare dunkel getönt. Sieht hübsch aus. Mein Motorschutz glänzt in der Sonne. Ich schäme mich. So darf keine Enduro aussehen.


    Bilder gibt es in meiner Bildergalerie.

    Zusatz: Jetzt gibt es auch zwei Bilder mit einer Antiglanzbeschichtung. ;)